Myofunktionelle Therapie

Bei einer „Myofunktionellen Störung“ handelt es sich um eine Störung der Muskulatur im Gesichtsbereich. Diese ist vor allem durch ein Ungleichgewicht der Zungen- und Lippenmuskulatur gekennzeichnet. Typische Zeichen sind zum Beispiel ein offener Mund, eine interdentale Zungenruhelage, ein offener Biss und ein nach vorne gerichtetes Schluckmuster. Die Zunge drückt dabei bei jedem Schluckakt gegen die Zähne und verformt dadurch die Zahnstellung.

Ursachen hierfür können Lutschgewohnheiten (Nuckel, Daumen), mangelndes Training der orofacialen Muskulatur bereits im Kindesalter (z.B. durch zu weiche Kost) und Mundatmung durch häufige Infekte oder Allergien sein. Oft entstehen dadurch Artikulationsstörungen, Kiefer- und Zahnfehlstellungen sowie ungünstige Haltungs- und Atemmuster. Durch nicht behandelte Funktionsstörungen im Kindesalter können sich daraus im Jugend- und Erwachsenenalter Kiefergelenksprobleme verbunden mit Nacken- und Kopfschmerzen oder anderen Symptomen entwickeln.

Auch im Zusammenhang mit kieferorthopädischen Behandlungen ist die Normalisierung der Schluckfehlfunktion notwendig, da es sonst nach abgeschlossener Behandlung wieder zu Zahnfehlstellungen oder anderen Problemen wie einer CMD kommen kann. Bei der Behandlung von Myofunktionellen Störungen besteht eine enge Zusammenarbeit mit den medizinischen Fachbereichen Kieferorthopädie und Zahnmedizin.

CMD

Störungen der Kiefergelenksfunktion werden im Allgemeinen als „Craniomandibuläre Dysfunktionen“ (CMD) bezeichnet. Die Symptome der CMD können einerseits lokal im Kiefersystem auftreten (Schmerzen im Gelenk oder an den gelenksführenden Muskeln, Bewegungsstörungen des Unterkiefers mit möglichen Knackgeräusche) oder auch als mögliche Auswirkungen in anderen Regionen zu finden sein (Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrgeräusche, Tinnitus, Sehstörungen, Nacken- und Rückenschmerzen, Schluckbeschwerden, Heiserkeit und weitere Symptome).

Die Bedeutung des Kiefergelenks liegt einerseits in der oralen Funktion (Kauen, Schlucken und Sprechen), andererseits beeinflusst das Kiefergelenk auch unsere Haltungs- und Atemmuskulatur. Die Ursachen für Kiefergelenksprobleme können Funktionsstörungen sein wie zum Beispiel Über- oder Fehlbelastungen des Kausystems, Pressen und Knirschen, aber auch die individuellen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten und der persönliche Stresslevel spielen dabei eine wichtige Rolle.

Auch nach Operationen im Mund- und Halsbereich kann es zu Funktionsstörungen und Schmerzen kommen, die durch die Behandlung behoben oder gelindert werden sollen. Die Zusammenarbeit mit den angrenzenden medizinischen Fachbereichen wie Kieferorthopädie, Zahnmedizin, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde sowie Physiotherapie ist dabei selbstverständlich.

Cochlea Implantat

Cochlea bedeutet übersetzt „Schnecke“ und ist die Bezeichnung für unser Innenohr, weil die Form des Innenohrorgans an ein Schneckengehäuse erinnert. In der Cochlea wird das, was wir hören in elektrische Impulse umgewandelt. Das Cochlea Implantat (genannt CI) ist eine Innenohrprothese für Gehörlose, deren Hörnerv noch funktionstüchtig ist. Der Schall von Geräuschen und Wörtern wird vom Mikrophon des CIs aufgenommen und wandelt diesen Schall in elektrische Impulse um, durch die der Hörnerv im Innenohr angeregt wird. Der Hörnerv leitet die Informationen weiter bis ins Hörzentrum des Gehirns, in welchem die Informationen entschlüsselt werden. Normale Hörgeräte hingegen verstärken den ankommenden Schall, sie helfen bei nur Schwerhörigkeit.

Eine CI-Versorgung ist angezeigt, wenn trotz optimaler schallverstärkender Hörgeräte kein ausreichendes Sprachverstehen mehr erzielt werden kann.

Ein Cochlea Implantat ist geeignet für Kinder und Erwachsene, die gehörlos oder hochgradig schwerhörig sind und denen herkömmliche Hörgeräte nur wenig oder gar keinen Nutzen mehr bringen. Ebenso profitieren Menschen davon, die durch eine Erkrankung (z.B. Hörsturz) oder einen Unfall ihr Gehör verloren haben.

Nach der Implantation und anschließender Wundheilung beginnt nach ca. 4 – 6 Wochen das Hörtraining, denn das Hören mit dem CI muss neu erlernt werden. Der Höreindruck ist ein anderer als mit einem normalhörenden Ohr und kann anfangs sehr ungewohnt sein. Durch das Hörtraining wird gelernt und geübt, Geräusche, Töne, Wörter, Sätze und Musik wahrzunehmen, zu erkennen, zu unterscheiden und zu verstehen.

Dieses kann manchmal ein langer und anstrengender Prozess sein, der aber für die Patienten sehr lohnenswert ist. Die Erfolge sind dabei sehr individuell und hängen von der Art und der Dauer Hörschädigung ab, aber auch von der Motivation und der Bereitschaft zum aktiven und regelmäßigen Lernen.

Ich begleite Sie gerne auf diesem spannenden Weg in das neue Hören und finde mit Ihnen individuelle Möglichkeiten, Ihre Motivation zu wecken, um ein bestmöglichstes Hör- und Sprachverstehen zu erreichen. Bei der Behandlung mit Cochlea Implantaten findet ein enger Austausch mit der betreuenden Fachklinik und den Technikern / Hörgeräteakustikern statt, um ein optimales Behandlungsziel zu erreichen.

Kindersprache

Meine langjährige Erfahrung im Bereich Kindersprache umfasst die Behandlung von kindlichen Artikulationsstörungen, Auditiven Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen, Dysgrammatismus, Sprachstörungen bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, Hörstörungen und Sprachstörungen im Zusammenhang mit Behinderungen. In der Diagnostik und Therapie von sprachauffälligen Kindern berücksichtige ich immer den Gesamtentwicklungsstand eines Kindes. Dabei spielen seine emotionalen, motorischen, kognitiven und sozial-kommunikativen Fähigkeiten eine wichtige Rolle. Die Förderung wird individuell auf das Kind ausgerichtet und findet jederzeit auf spielerische und einfühlsame Art und Weise statt, da nur in einem angenehmen und motivierenden Umfeld gewinnbringendes Lernen möglich ist.